[Link] Institut für Informatik und Gesellschaft
Antragsteller:
Prof. Dr. Gerhard Strube
Projektmitarbeiter(in):
Dipl-Psych. Susanne Thalemann
WebShark beschäftigt sich mit dem Aufbau und Austausch geteilten Wissens in Teams heterogener Experten.
Am Beispiel der Domäne Webdesign untersuchen wir, wie geteiltes Wissen entsteht und welche Rolle es in der Interaktion der unterschiedlichen, daran beteiligten Experten spielt. Da bei der Wissenskommunikation in Webdesignteams häufig von Problemen berichtet wird, steht dabei die Frage im Vordergrund, wie der Wissensaustausch unterstützt werden kann. Webdesign umfasst die Planung und Implementierung des Internetauftritts einer Firma, der aus bis zu mehreren hundert Webseiten bestehen kann. Dazu benötigt man Teams, die sich aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammensetzen.
Zunächst wurde die Wissenskommunikation in Webdesignteams analysiert. Zentrales Ergebnis war, dass der Großteil des Fachwissens eines jeden Experten ungeteilt ist. Darüber hinaus verfügt jedes Teammitglied jedoch auch über geteiltes Wissen. Dieses besteht aus Hintergrundwissen zur Grobstruktur der Aufgabe sowie aus Metawissen über die Verteilung von Rollen und Verantwortlichkeiten. Durch die Kommunikation der Teammitglieder entsteht eine weitere Form geteilten Wissens: geteiltes Wissen über die zu treffenden Designentscheidungen, die als Parameter des Designs aufgefasst werden können. In empirischen Studien mit drei Experten sowie studentischen Dyaden bestätigte sich der Befund, dass sich die Wissenskommunikation vor allem auf den Austausch von Designparametern konzentriert. Um den Prozess der Wissenskommunikation in einem Modell abzubilden, schlagen wir ein Schema-Modell vor: Das private Fachwissen einer Person wird im privaten „body“ des Schemas gespeichert, während die Designentscheidungen im „header“ repräsentiert sind, der für alle Teammitglieder sichtbar ist.
Zur Zeit führen wir Interviews mit Webdesignern verschiedener Firmen durch, um genauer zu analysieren, welche Kommunikations- und Koordinationsprobleme aus der oben geschilderten Wissensverteilung resultieren. Um den Prozess des Webdesigns zu unterstützen, streben wir die Entwicklung eines Systems an, das zum einen eine Workflow-Komponente und zum anderen eine wissensbasierte Komponente umfasst, die z.B. Designentscheidungen auf Konsistenz und vollständigen Austausch prüft.
Stand: 01.01.2005