Antragsteller:
Prof. Dr. Hans Spada
Prof. Dr. Franz Caspar
Projektmitarbeiter(in):
Dr. Nikol Rummel
Dipl.-Psych. Sabine Hauser
Schlagwort(e):
Desktop-Videokonferenzsystem | Kooperationsskript | Modelllernen anhand eines ausgearbeiteten Kooperationsbeispiels | Shared applications
Was charakterisiert gute, netzbasierte, interdisziplin?re Kooperation bei der Bearbeitung eines Problems? Wie kann sie gef?rdert werden? Folgendes Szenario bildet die Grundlage zur Erforschung dieser allgemeinen Fragestellungen: Vertreter verschiedener Disziplinen versuchen gemeinsam ein Problem zu l?sen, das Kenntnisse aus allen beteiligten Disziplinen erfordert. Da sie nicht an einem Ort zusammenkommen k?nnen, verwenden sie ein modernes Desktop-Videokonferenzsystem f?r die Zusammenarbeit. Wir haben eine Aufgabenstellung mit realistischer Komplexit?t und praktischer Relevanz gew?hlt: die interdisziplin?re Zusammenarbeit von Medizinern und Psychologen bei der Behandlung klinisch-psychiatrischer F?lle.
In den ersten beiden Projektphasen wurden zwei Lehrmethoden zur F?rderung der Kompetenz zu guter, zielf?hrender Zusammenarbeit entwickelt und empirisch untersucht: (1) Lernen anhand eines ausgearbeiteten Modellbeispiels einer entsprechenden Zusammenarbeit und (2) Lernen durch Probleml?sen mit einem Kooperationsskript. Die zentrale Hypothese war, dass den Kooperationspartnern durch Instruktion mit Modell bzw. Skript relevante Aspekte einer guten Zusammenarbeit sowie entsprechende Kooperationsstrategien vermittelt werden k?nnen. Das experimentelle Paradigma, das zur Untersuchung dieser Hypothese eingesetzt wurde, beinhaltete zwei aufeinander folgende Phasen: W?hrend der ersten Phase wurde der Erwerb von Kooperationskompetenzen experimentell gef?rdert (= Lernphase). Effekte der F?rderung wurden in einer nachfolgenden Kooperation (= Anwendungsphase) erfasst. In einer ersten experimentellen Untersuchung zeigten beide F?rderma?nahmen (Modell und Skript) positive Effekte auf Prozess und Ergebnis der Kooperation in der Anwendungsphase sowie in einem individuellen Nachtest zum Wissen ?ber Elemente einer guten Kooperation. In einer zweiten Studie zeigte sich dar?ber hinaus, dass Personen, die von Modellbeispielen lernen, davon profitieren, wenn sie zus?tzlich zu vertiefter Elaboration angeregt werden.
In der abschlie?enden dritten Projektphase stehen 3 Ziele im Vordergrund unserer Arbeit. Ziel 1 ist die Weiterentwicklung und Evaluation eines Verfahrens zur Diagnose der Qualit?t von Kooperationsprozessen. Ziel 2 ist die Untersuchung der Kooperation bei h?herer Expertise der Beteiligten. In einem ersten Schritt soll gepr?ft werden, ob die Befunde zur Expertiseentwicklung in der Medizin auf die Psychologie ?bertragen werden k?nnen. In einem zweiten Schritt wird untersucht, welche Auswirkungen h?here Expertise auf die netzbasierte interdisziplin?re Kooperation hat. Vorschl?ge zur Unterst?tzung der Kooperation auf unterschiedlichem Expertiseniveau werden erarbeitet. Ziel 3 ist die Integration der Ergebnisse, um zu einer Theorie erfolgreicher netzbasierter, interdisziplin?rer Kooperation beitragen zu k?nnen.